Bayrische Kaffeerösterei Martermühle – Interview

Wir hatten bereits auf Instagram angekündigt, dass wir für die kommende Zeit einige Interviews vorbereitet haben. Neben Interviews mit Künstlern und Cafés ist unser Fokus dabei auf Röstereien gerichtet. In diesem Interview haben wir die bayrische Rösterei Martermühle zu ihrem Kaffee befragt. Wer noch weitere Interviews lesen möchte, findet diese in der Kategorie Interviews.

Wie und wann ist eure Rösterei entstanden und woher kommt der  Name Martermühle?

Martermühle Aus einem Hobby ist 2009 der Beruf geworden und so haben Ralf und Peter angefangen Kaffee zu rösten. Am Anfang nur privat und dann immer mehr auch für interessierte Kaffeefans. Die Martermühle ist tatsächlich ein Ortsteil hier in Aßling. Wir haben unseren Bauernhof damals mit viel Liebe und Arbeit kernsaniert und renoviert.

Nutzt ihr die Trommel- oder die industrielle Röstung und weshalb?

Für uns gibt es nur die Trommelröstung, da sie einfach schonender ist. Wir wollen den Bohnen mit langsamer Röstung das perfekte Aroma entlocken. Schließlich stehen wir für handgerösteten, bekömmlichen und aromatischen Kaffee.

Ist euer Kaffee zertifiziert und wie steht ihr dazu?

Ja, wir sind Bio und Direct Trade zertifiziert, allerdings ist es uns wichtiger, die Bauern und die Verhältnisse vor Ort zu kennen. Manche Bauern können sich einfach kein Zertifikat leisten, aber produzieren erstklassigen, ökologischen Kaffee. Das ist uns wichtiger. Wir besuchen unsere Bauern und wissen genau, woher unsere Kaffeebohnen stammen. Eine faire Bezahlung ist außerdem wichtig.

Was für Röstungen sind bei euch erhältlich?

Wir haben insgesamt etwa 40 Sorten Kaffee und Espresso. Wir haben Reinsorten und Blends. Insgesamt haben wir eher dunklere Sorten bei wenig Säure.

Aus welchen Ländern bezieht ihr die meisten Kaffeebohnen und  welche Bohnensorte röstet ihr hauptsächlich?

MartermühleHier ist so ziemlich alles vertreten: Wir haben erstklassige Kaffees aus Brasilien, Guatemala, Äthiopien, Honduras, Peru, aber auch zum Beispiel Thailand und noch mehr. Uns ist es aber wichtiger, die Bauern zu kennen und eine persönliche Beziehung zu unseren Sorten zu haben. Aber bei uns wird sicherlich jeder Kaffeefan fündig.

Auf welche Röstung seid ihr besonders stolz?

Wir lieben sie alle, aber die Aßlinger Mischung und auch der Superiore sind so unsere Hausmischungen, mit denen wir begonnen haben. Außerdem sind wir stolz auf unsere alufreie Verpackung.

Habt ihr bereits Preise/Auszeichnungen gewonnen?

Ja, wir haben von der Röstergilde Preise erhalten – die höchste Auszeichnung ist aber für uns der zufriedene Kunde. Neulich hat jemand geschrieben unser Kaffee erinnere ihn an wunderbare Kaffeestunden bei seiner Oma. Das ist für uns das schönste Kompliment.

Ihr bietet Führungen durch eure Kaffeerösterei Martermühle an. Wie kann man daran teilnehmen?

Ja genau, man kann bei uns Führungen buchen. Bei uns ist alles transparent. Das ist uns wichtig. Am besten einfach anrufen und reservieren.

Möchtet ihr unseren Lesern noch etwas mitteilen?

Verliert nie die Freude an Kaffee, seid mutig, probiert aus und genießt es einfach. Verlasst euch auf euren Instinkt, denn leider sind Begriffe wie direct trade nicht geschützt. Das kann jeder drauf schreiben. Ebenso wie Arabica – Qualitätsmerkmale sind für uns schonende, handgeröstete Bohnen und das persönliche Verhältnis zur Herkunft. Wir veredeln schließlich ein ganz besonderes Produkt, das Respekt verdient.

Tobias Löser
Mein Motto lautet: "Ich trinke keinen Kaffee, um aufzuwachen. Ich wache auf, um Kaffee zu trinken." Schon in der Schulzeit begann meine Leidenschaft für Kaffee. Nachdem ich im Klassenraum eine Kaffeemaschine aufgestellt hatte und damit Lehrer mit Geruch und Geräuschen zur Weißglut trieb, wurde mir klar, dass Kaffee für mich mehr bedeutet als für manch andere. Der erste Barista-Kurs folgte nur wenig später. Heute trinke ich nicht nur guten Kaffee, sondern schreibe auch über ihn.