Ein Café in Brasilien – Interview mit Koffiehuis

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wie der Kaffee in anderen Ländern schmeckt und wie er dort zubereitet wird? Uns geht es jedenfalls oft so. Und deshalb haben wir auch ein Interview mit Koffiehuis geführt. Koffiehuis ist ein Café in der Region Lourdes in Brasilien.

Woher bezieht ihr euren Kaffee?

Café in Brasilien„Die Kaffeebohnen vom Koffiehuis stammen aus dem südlichen Minas Gerais, eines der besten Kaffeeanbaugebiete Brasiliens. Wir erhalten die Bohnen von einer Partnerfirma geröstet, um sie zu mahlen und in hoher Qualität unseren Kunden zu servieren.“

Wer nicht aus Brasilien stammt oder sich nicht mit dem Kaffeeanbau in Brasilien auskennt, der fragt sich möglicherweise was das Minas Gerais ist. Das Minas Gerais ist ein Bundesstaat im Südosten von Brasilien. In dem über 580.000 km² großen Bundesstaat leben etwa 21 Millionen Menschen. Er ist also mehr als acht mal so groß wie Bayern, hat jedoch nicht mal die doppelte Bevölkerung. Somit gibt es genug freies Land für den Kaffeeanbau.

Welches ist die beliebteste Röstung in eurem Café und allgemein in Brasilien?

„Brasilien ist der weltweit größte Produzent von Arabica-Kaffee. Der weltweit größte Produzent von Robusta ist Vietnam mit 28,5 Millionen Kaffeesäcken in 2018, gefolgt von Brasilien mit 15,7 Millionen Kaffeesäcken. Die am häufigsten konsumierten, traditionellen Kaffees in Brasilien sind eine Mischung aus diesen beiden Sorten. Dies führt oft zu preisgünstigeren Kaffees im Vergleich zu den 100% Arabica Spezialitätenkaffees.“

Bei der Bezeichnung „Kaffeesack“ handelt es sich um eine offizielle Maßeinheit. Hiermit sind üblicherweise 60 oder 69 Kilogramm Kaffeebohnen gemeint. Wird im Ursprungsland Kilogramm als typische Maßeinheit verwendet, dann handelt es sich um 60 Kilogramm. Ist die Maßeinheit dagegen Pfund, dann beinhaltet ein Kaffeesack 150 Pfund, was umgerechnet etwa 69 Kilogramm entspricht. Mehr zu den Kaffeeanbaugebieten findet ihr übrigens in unserem Artikel über den Kaffeegürtel.

Was wird in einem Café in Brasilien am liebsten getrunken?

„Brasilien ist ein riesiges Land. Jede Region hat ein anderes Klima. Der Konsum von Eiskaffee in heißen Regionen ist größer. In kalten Regionen ist die Nachfrage nach heißen Kaffees dagegen höher. Der Konsum von Espresso steigt aufgrund der Praktikabilität und Geschwindigkeit der aktuellen Maschinen, aber der größte Verbrauch der Brasilianer liegt beim berühmten Filterkaffee. Der Brasilianer ist es gewohnt, mindestens zweimal täglich Kaffee zu trinken. Kurz nach dem Aufwachen während des Frühstücks und am Ende des Tages während des Nachmittags-Imbisses. Der Konsum von grob gemahlenerem Kaffee ist in diesem Zeitraum höher. Unabhängig davon gibt es auch einen hohen Konsum von Espresso nach dem Mittagessen oder bei Arbeitstreffen.“

Bevorzugt ihr selbst eher Kaffeegetränke mit Espresso wie Cappuccino und Latte Macchiato oder Filterkaffee?

Mokka mit Dulce de Leche
Mokka mit Dulce de Leche

„Wir lieben jede Art von Kaffeegetränk. Einige Baristas mögen Espresso mehr und andere Filterkaffee. Beim Mokka mit Dulce de Leche sind sich jedoch alle einig, dass er sehr lecker ist. In Verbindung mit hausgemachtem Dulce de Leche von Minas Gerais ist der Mokka eine perfekte Kombination.“

Mit Dulce de Leche ist übrigens eine süße Creme gemeint. Übersetzt bedeutet Dulce de Leche so viel wie „Süßes aus Milch“. Auf dem Foto ist zu sehen, wie diese Creme auf dem Glasrand aussieht. Beim Mokka mit Dulce de Leche handelt es sich also um ein spezielles und recht süßes Kaffeegetränk.

Gibt es weitere, besondere Kaffeegetränke bei euch?

Café in Brasilien„Neben dem Filterkaffee (Hario V60 *), Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato, Mokka, Affogato und Moccachino hat Koffiehuis spezielle Kaffeegetränke wie eben Mokka mit Dulce de Leche, Haselnusscreme oder Kondensmilch. Wir haben auch den sogenannten Chocoespresso, eine Kombination aus Schokoladenstücken mit Espresso und dem Affogato mit hausgemachtem Dulce de Leche-Eis. Alles sehr lecker.“

Wenn man diese Leckereien sieht, dann wird es wohl wirklich langsam mal Zeit für eine Reise nach Brasilien. Vom Kaffeeanbau bis hin zum fertigen Kaffeegetränk ist hier noch einiges zu entdecken. Wir bedanken uns jedenfalls bei Koffiehuis für das Interview und hoffen bald persönlich vorbeikommen zu können.

Tobias Löser
Mein Motto lautet: "Ich trinke keinen Kaffee, um aufzuwachen. Ich wache auf, um Kaffee zu trinken." Schon in der Schulzeit begann meine Leidenschaft für Kaffee. Nachdem ich im Klassenraum eine Kaffeemaschine aufgestellt hatte und damit Lehrer mit Geruch und Geräuschen zur Weißglut trieb, wurde mir klar, dass Kaffee für mich mehr bedeutet als für manch andere. Der erste Barista-Kurs folgte nur wenig später. Heute trinke ich nicht nur guten Kaffee, sondern schreibe auch über ihn.