Was ist aromatisierter Kaffee – ein Interview

Dass Kaffee ein Aroma hat, ist eigentlich jedem Kaffeeliebhaber klar. Kaffeeröstereien versprechen hier gerne schokoladige oder nussige Aromen. Gerne wird auch ein fruchtiges Aroma favorisiert. Wenn Kaffee also selbst schon ein Aroma besitzt, was ist dann aromatisierter Kaffee? Da wir diese Frage bisher auch nicht beantworten konnten, haben wir ein Interview mit Christine Engelbrecht von Caferia geführt.

Christine EngelbrechtHallo Christine, kannst du uns bitte erklären was aromatisierter Kaffee ist?

„Aromatisierter Kaffee ist ein ziemlich neuer Trend, der in Deutschland gerade erst anfängt, sich aber derzeit schnell ausbreitet. In einigen anderen Ländern ist aromatisierter Kaffee bereits besser bekannt. Die Grundidee ist es, dem Kaffee einen leckeren Geschmack hinzuzufügen, um mehr Abwechslung ins Kaffeetrinken zu bringen. Dabei soll der ursprüngliche Kaffeegeschmack natürlich nicht überdeckt, sondern nur vorteilhaft ergänzt oder einfach aufgepeppt werden.“

Da hängen wir in Deutschland wohl mal wieder etwas hinterher. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen?

„Wir waren schon seit einigen Jahren mit dem Erfinder dieser besonderen Methode zur Aromatisierung von Kaffee persönlich befreundet. Auf diese Weise haben wir uns zunehmend für sein Verfahren begeistern können, welches mit bis zu 80% weniger chemischen Zusätzen auskommt als andere Methoden und deshalb die Umwelt und die Gesundheit schont.

Ursprünglich wurden diese Aromen nur für professionelle Anwender entwickelt, vorwiegend für Kaffeehersteller. Wir sahen jedoch einen großen Vorteil darin, sie auch im privaten Rahmen selber anzuwenden. Deshalb haben wir das Produkt „Caferia“ auf den Markt gebracht. Wir finden, dies ist eine sehr schmackhafte Alternative zu den teuren Spezialitätenkaffees.“

Wie funktioniert denn die Zubereitung vom aromatisierten Kaffee?

„Unsere Methode basiert auf der einfachen Vermischung von wenigen Caferia-Aromabohnen mit normalem Kaffee. Dieser Vorgang findet in fast allen Zubereitungsarten an irgendeiner Stelle Platz: Entweder legt man die Aromabohnen (unzerkleinert) mit zum Kaffeepulver in den Papierfilter oder man gibt sie bei einer Espressomaschine mit in den Siebträger hinein.

Aromatisierter KaffeeMan kann auch 1 – 2 Aromabohnen unter ein Kaffeepad legen, bevor man den Kaffee aufbrüht. Sie passen außerdem sehr gut in jede Art von Espressokocher und man kann die Aromabohnen in einem Mischungsverhältnis von rund 2,5% mit normalem Kaffee vermahlen. Dies funktioniert in jeder Art von Kaffeemühle, ebenso wie direkt im Kaffeevollautomaten.

Letzten Endes kann man sogar einfach eine Aromabohne direkt in die Tasse mit dem fertigen, heißen Kaffee geben. Innerhalb weniger Sekunden wird der ganze Kaffee dann z.B. nach Vanille oder Haselnuß duften und schmecken. Da die ganze Aromabohne jedoch in der Tasse oben auf dem Kaffee schwimmt, arbeiten wir derzeit an einem Löffel, welcher die Aromabohne „enthalten“ soll. Mit diesem Löffel kann man dann seinen normalen Kaffee einfach umrühren – und ihn so gleichzeitig aromatisierten. Der Aromalöffel wird voraussichtlich in wenigen Wochen erhältlich sein.“

Wie oft kann man die Bohnen zur Zubereitung nutzen?

„Jede Aromabohne kann man nur einmal benutzen. Dabei wird das integrierte Aroma größtenteils herausgezogen. Mit einer 25 Gramm Dose von Caferia lassen sich rund 125 einzelne Tassen Kaffee aromatisieren.“

Das ist ja eine Menge. Wo gibt es den aromatisierten Kaffee und welche Aromen sind eigentlich verfügbar?

Aromatisierter Kaffee

„Zunächst gibt es die Caferia Aromabohnen natürlich in unserem Onlineshop auf Caferia.eu. In Frankreich sind wir inzwischen auch in diversen Geschäften und Cafés vertreten, in Deutschland bisher noch nicht. Das soll aber bald kommen!

Außerdem haben wir einen zweiten Vertriebsweg, welcher direkt zu den Kaffeeröstereien führt. Diese kreieren sorgsam ausbalancierte Kaffeemischungen zwischen den Caferia-Aromen und ihren eigenen Kaffeesorten. Aber mit Caferia kann das eben auch jeder bei sich zu Hause machen.

Theoretisch sind den verschiedenen Aromakreationen kaum Grenzen gesetzt. Die rund 8 – 10 Sorten von Caferia lassen sich alle untereinander kombinieren. Einiges ist auch saisonabhängig, wie zum Beispiel „Pumpkin Spice“. Dies ist eine Art orientalische Gewürzmischung, u.a. mit Kardamom, Zimt und Ingwer, welche eher im Herbst zur „Kürbiszeit“ und im Winter geschätzt wird. Ganzjährig beliebt sind auf jeden Fall Klassiker wie Haselnuss, Mandel, Karamel und Vanille.“

Du hast erwähnt, dass ihr auch in Frankreich vertreten seid. Wie kommt aromatisierter Kaffee dort an?

„Ich bin eigentlich Deutsche, habe aber seit Jahren ein Haus in der französischen Auvergne und lebe dort auch die meiste Zeit. Die französische Esskultur hat mich immer begeistert. Die Franzosen sind einerseits bodenständig, andererseits aber auch sehr experimentierfreudig. Deshalb verwenden sie gerne aromatisierten Kaffee – und zwar obwohl es gleichzeitig auch sehr viele traditionell gut geröstete Kaffees, bzw. Espressos gibt.

In Frankreich existieren bis heute zahllose kleine Kaffeeröstereien in allen Städten. Jede Kaffeerösterei ist stolz auf ihre eigene Handschrift und experimentiert im Geheimen herum – manche von ihnen auch mit unseren Aromabohnen. In den Regalen der französischen Supermärkte finden sich ebenfalls zunehmend aromatisierte Getränke von großen Unternehmen. Nicht nur Kaffee, sondern auch Wein oder Wasser werden aromatisiert und vom französischen Publikum gerne gekauft. Natürlich gibt es Puristen: Sie wollen, dass ihr Kaffee nur nach Kaffee schmeckt. Aber viele Kaffeetrinker lieben gerade die Abwechslung, die ein aromatisierter Kaffee ihnen bietet.“

Tobias Löser
Mein Motto lautet: "Ich trinke keinen Kaffee, um aufzuwachen. Ich wache auf, um Kaffee zu trinken." Schon in der Schulzeit begann meine Leidenschaft für Kaffee. Nachdem ich im Klassenraum eine Kaffeemaschine aufgestellt hatte und damit Lehrer mit Geruch und Geräuschen zur Weißglut trieb, wurde mir klar, dass Kaffee für mich mehr bedeutet als für manch andere. Der erste Barista-Kurs folgte nur wenig später. Heute trinke ich nicht nur guten Kaffee, sondern schreibe auch über ihn.