Nachhaltiger Kaffee aus Kenia mit mehrwert kaffee

Nachhaltiger Kaffee aus Kenia – das war unser Thema beim jüngsten „Feine Bohne“-Podcast. Host Toby und ich haben uns eine Dreiviertelstunde lang über unsere Philosophie mit mehrwert kaffee unterhalten.

Dabei konnte ich viele Einblicke in unser Wirken vor Ort in Kenia geben, von wo aus wir unseren Kaffee direkt importieren. Das Wichtigste: Kenia ist für mich viel mehr als nur das Herkunftsland unserer Bohnen.

Lions Hill Farm in Kenia
Auf der Lions Hill Farm zeigt uns Kaffeebauer Edward die alte Nassmühle seines Vaters, die noch aus Kolonialzeiten stammt.

Es war mein Großvater, der schon in den 70ern im kenianischen Hochland einen ehrgeizigen Plan in die Tat umsetzte: benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive zu geben. Das hatte er schon in Deutschland getan. Nun legte er den Fokus auf den ostafrikanischen Staat. Das Projekt „Crossroads“ wurde gegründet, 2005 kaufte mein Großvater 60 Hektar Land. An jenem Ort lernten wir einheimische Kaffeebauern kennen und wurden gefragt, ob wir ihren Kaffee nicht in Deutschland vertreiben wollen. Wir entschieden uns, gemeinsame Sache zu machen. Das war 2016 – und die Idee von mehrwert kaffee war geboren.

Unserer Idee des social entrepreneurship

Ich hing meine Ingenieurskarriere an den Nagel. Gemeinsam mit meinem Vater und meinem Cousin legte ich den Fokus voll auf die Umsetzung unserer Idee des social entrepreneurship: gemeinsam mit den Kaffeebauern vor Ort ein funktionierendes Business mit einer wirtschaftlich soliden Basis auf die Beine zu stellen. Exzellenter Kaffee, sehr gute Arbeitsbedingungen für die Kaffeebauern, zufriedene Kunden – das war das Ziel.

Fünf Jahre nach dem Start von mehrwert kaffee sind wir sehr zufrieden. Das Jahr 2021 ist in Sachen Importmenge ein Rekordjahr. Und die Qualität des Kaffees steigt genauso immer weiter wie die Anzahl unserer Kunden.

Das sind die basic facts – aber das ist nicht alles. Glücklich macht uns, zu wissen, dass unsere Arbeit in Kenia einen echten impact hat. Davon konnten wir uns Anfang des Jahres wieder selbst überzeugen, als wir – trotz aller Corona-Widrigkeiten – vor Ort in Kenia waren.

Kenia als ein zweites Zuhause

Nach vielen Jahren des intensiven Austauschs fühlte es sich an, als kämen wir in unser zweites Zuhause. Die Menschen, die wir trafen, haben uns als Freunde empfangen; die gegenseitige Dankbarkeit ist riesig. Dank des Erfolgs von mehrwert kaffee konnte die soziale Arbeit vor Ort weiter intensiviert werden. Außerdem waren jüngst wichtige Investitionen zur Professionalisierung der Kaffeeproduktion (drying beds, wet mills etc.) möglich.

Besonders glücklich machen mich Begegnungen wie jene mit Ben, den ich 2016 zum ersten Mal getroffen habe. Ben kam damals aus einem Jugendgefängnis, war Halbwaise. Keine guten Startbedingungen für ein Leben in Kenia. Dank „Crossroads“ bekam er eine Perspektive. Als ich ihn nun traf, hatte er gerade erfolgreich seine Klempnerausbildung abgeschlossen.

Es gibt viele solcher Geschichten, die sich abseits von mehrwert kaffee vor Ort in Kenia abspielen. Geschichten, die mich ganz besonders glücklich machen und die Bestätigung dafür sind, dass es eine hervorragende Idee war, den von meinem Großvater vor ein paar Jahrzehnten eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Chris wollte eigentlich als Ingenieur Karriere machen, aber dann traf er in den Bergen Kenias Kaffeefarmer, die fragten: “Wollt ihr unsere Bohnen nicht in Deutschland verkaufen?” Damit war die Idee für mehrwert kaffee geboren.