Guter Kaffee gemeinsam entwickelt

    Seit fast 20 Jahren trinke ich jetzt schon Kaffee. Da sind einige Liter zusammen gekommen. Am Anfang war es kein guter Kaffee für um die 8 € das Kilo. Doch das wusste ich damals noch gar nicht. Aber über die Zeit habe ich mich immer mehr für guten, hochwertigen Kaffee interessiert und auch neue Aromen entdeckt. Doch was macht einen guten Kaffee aus, wie entsteht der Preis und ist er gerechtfertigt?

    Um das herauszufinden, möchte ich gemeinsam mit einem Röster Kaffee rösten und dabei alle wichtigen Schritte als Video dokumentieren. Von der Auswahl des Rohkaffees, über die Entscheidung ob bio, fair oder direkt gehandelt bis hin zum Aroma und dem Röstgrad. Ich möchte alle Schritte verstehen und mitentscheiden, was dabei für ein Kaffee entsteht.

    Und nicht nur das, ich möchte dich mitentscheiden lassen. Wenn dich das auch interessiert und du vielleicht auch mitentscheiden möchtest, dann kannst du dich hier eintragen, damit ich dich benachrichtigen kann, sobald es losgeht.

    Guter Kaffee gemeinsam entwickelt

    Inhalt


    Woher kommt meine Leidenschaft für Kaffee?

    Ich erinnere mich daran, dass ich schon in der Schule Kaffee getrunken habe. Da es für uns Schüler keinen Kaffee gab, habe ich sogar eine Kaffeemaschine gekauft und im Klassenraum platziert. Die Lehrer staunten nicht schlecht als aus einer Ecke des Raumes mitten im Unterricht die Kaffeemaschine zu hören war. In dieser Zeit war der Kaffee hauptsächlich ein Energielieferant. Wenn der Unterricht bis abends ging, dann hat mich Kaffee durchhalten lassen.

    Im Studium gab es viel zu lernen. Hier kann sich glücklich schätzen, wer eine Lerngruppe findet. An dieser Stelle grüße ich meine ehemaligen Kommilitonen, die bestimmt mit dafür verantwortlich sind, dass ich damals so eine schöne Zeit hatte. Da es im Fachbereich ein Bistro – sogar mit recht gutem Kaffee – gab, haben wir häufig dort gelernt. Aber wir sind auch viel in den kleinen Cafés der Stadt unterwegs gewesen. Natürlich haben wir dort nicht nur gelernt und so wurden die Cafés zu einem gewohnten Treffpunkt. Es war so weit: Ich hatte die Kaffeekultur der Cafés für mich entdeckt. Nun war Kaffee nicht mehr nur Energielieferant, sondern auch Kulturgut.

    Café

    Ich fing an verschiedene Kaffeegetränke zu probieren. Erst trank ich fast nur Filterkaffee, dann Latte Macchiato und Cappuccino und irgendwann hauptsächlich Espresso. Dann wurde es experimentierfreudiger mit Mokka und Gewürzen. Ja, ich gebe zu, ich habe sogar Sirups probiert. In so manchem Café war ich zu dieser Zeit Stammgast. Wenn ich durch die Tür eines dieser Cafés trat, wurde ich begrüßt mit den Worten „Ciao Toby, wie immer?“ und ich fühlte mich direkt willkommen. Dieses Café gibt es leider nicht mehr und ich vermisse es noch heute.

    Damals hatte dieser Verlust aber eine gute Sache. Ich habe mich wieder mehr mit der eigenen Kaffeezubereitung beschäftigt und wurde sozusagen zum Home Barista. Wer sich selbst um die Kaffeezubereitung kümmert, der beginnt natürlich auch sich mehr mit dem Kaffee auseinanderzusetzen. Und nun hatte ich einige Fragen! Warum schmeckt mein Kaffee nicht wie der Kaffee, den ich aus den Cafés gewohnt war? Woher kommen die großen Preisunterschiede im Supermarkt? Ist der Kaffee, den ich zubereite, guter Kaffee? Wie muss guter Kaffee schmecken? Das war der Beginn meiner Forschung und der Start von Feine Bohne.

    Vom Blog zum Podcast

    Kaffeegürtel

    Ich begann meine Kaffeeexperimente und Café-Besuche zu dokumentieren. Ich recherchierte viel zum Thema guter Kaffee und behielt das neue Wissen nicht für mich. Stattdessen schrieb ich darüber und teilte meine Erkenntnisse mit den Lesern. Wenn dir vorgeworfen wird, Kaffeekonsum sei ungesund, dann recherchierst du eben und schreibst einen Artikel darüber, ob Kaffee gesund oder ungesund ist. Mich haben Freunde gefragt, warum ich nicht selbst Kaffee anpflanze. Ich habe erwidert, dass in Deutschland nicht das passende Klima ist. Daraufhin kam natürlich die Frage, wo denn dann das richtige Klima sei. Also habe ich recherchiert und einen Artikel über den Kaffeegürtel verfasst. Und so habe ich immer mehr gelesen und geschrieben.

    Aber das war mir nicht genug. Ich wollte schon immer alles ganz genau wissen. Und ich wusste, wenn ich es genau verstehen möchte, dann muss ich noch einige Schritte mehr machen. Also kontaktierte ich Café-Betreiber, Kaffeeröster und verschiedene andere Kaffeeunternehmer. Das war die Geburtsstunde des Kaffee Podcast Feine Bohne. In den verschiedenen Podcastfolgen hatte ich interessante Gespräche geführt und selbst vermutlich am meisten gelernt. Vor allem bin ich dankbar für die Offenheit meiner Gäste. Sie waren bereit in einem recht frischen Podcast mit mir zu sprechen.

    Meine Top 3 Podcastfolgen

    An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, meinen Gästen aus dem Podcast zu danken. Dafür möchte ich ein paar der Gäste auflisten, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Unter den Top 3 ist die Podcastfolge Nr. 7. Mit Nikolai Fürst, dem Deutschen Cuptasting Meister 2019, habe ich über das Thema der experimentellen Kaffeeaufbereitung gesprochen. Nach jedem Gespräch mit Nikolai bin ich um etwas Kaffeewissen reicher, das ich im Anschluss gleich mit Freunden teilen möchte. Mit dabei ist die Podcastfolge, in der ich mit Dr. Malte Rubach über Kaffeekonsum und das Thema Gesundheit gesprochen habe.

    Ebenfalls unter die Top 3 hat es die Folge mit Edgar und Luis von Blaek geschafft. Die beiden haben sich einem sehr kontroversem Thema angenommen: Specialty Instant Coffee. Allein bei diesen drei Worten werden einige entrüstet behaupten, dass es sich hierbei um ein Paradoxon handeln muss. Wie kann Instant Coffee – auch Schnellkaffee genannt – hochwertig sein? Und wofür brauche ich überhaupt Instant Coffee, wenn ich meinen guten Kaffee auch frisch zubereiten kann? Genau diesen Fragen haben sich die beiden in dieser Podcastfolge gestellt.

    Außerhalb jeglicher Konkurrenz ist übrigens Thomas Schatz mit unserer Barista-Podcast-Reihe. Er war nun schon einige Male im Podcast zu Gast und es ist immer wieder eine Freude. Dauergäste sind es natürlich wert auch mal besucht zu werden und so war ich nun sogar bei ihm in der Rösterei. Dabei ist ein kleines Video entstanden.

    Videos als Mittel zur Aufklärung

    Ich habe immer mehr zum Thema „guter Kaffee“ gelernt und gesehen. Aber in einem Podcast lässt sich das schlecht zeigen. Geschichten von Kaffeereisen und Erlebnissen lassen sich zwar gut berichten, doch demonstrieren kann man nur wenig. Ich wollte also mit Videos starten, um zu dokumentieren, wie guter Kaffee entsteht. Bei meinem Besuch in der Kaffeemänner-Rösterei von Thomas Schatz und seinem Kollegen habe ich die Gelegenheit direkt genutzt. Ich habe ein erstes ordentlich geplantes Video aufgenommen. Das Resultat war mein persönlicher Beweis dafür, dass Videos mehr ausdrücken können als eine Podcastfolge. Nun möchte ich noch einen Schritt weiter gehen. Doch warum eigentlich?

    Die Vision hinter Feine Bohne – guter Kaffee als Ziel

    Was genau möchte ich eigentlich bezwecken? Warum gebe ich mir so viel Mühe über Kaffee zu berichten? Eigentlich ist es recht einfach. Mein Ziel ist guter Kaffee. Aber was ist guter Kaffee? Denn natürlich ist mir klar, dass sich über Geschmack nicht streiten lässt. Kaffee ist ein Produkt, dass einen weiten Weg zurücklegt und unter viel Aufwand hergestellt wird. Dabei haben viele Aspekte Einfluss auf das Ergebnis. Und wenn die Grundlagen nicht stimmen, kann man auch nicht viel vom Endprodukt erwarten.

    Um zu erkennen, ob ein Kaffee ein guter Kaffee ist, reicht häufig schon ein Blick auf die Verpackung. Wissen wir, woher die Kaffeebohnen stammen? Ist dort nur der Vermerk „aus Nicht-EU-Ländern“ zu finden, werde ich bereits skeptisch. Ist etwa nicht bekannt, woher genau die Kaffeebohnen stammen? Werden hier verschiedenste Kaffeebohnen in einen Topf geworfen, so dass uns ein bunter Mix aus Aromen – vermutlich negativ – überrascht? Oder wird das Ursprungsland absichtlich verschwiegen, um billigen Kaffee teuer erscheinen zu lassen?

    Guter Kaffee hat seinen Preis

    Rohkaffee

    Mittlerweile weiß ich, dass der Preis, den guter Kaffee mit sich bringt, nicht von ungefähr kommt. Es ist gar nicht so schwer, den Preis grob herzuleiten. Vom Endpreis können wir die Mehrwertsteuer sowie die Kaffeesteuer abziehen. Anschließend müssen wir die Kosten des Kaffeerösters berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise Verpackung, Logistik und klassische Nebenkosten wie Strom, Wasser, Miete und Lagerkosten. Was vielen nicht bewusst ist: Es gibt auch einen Einbrand. Damit ist der Gewichtsverlust der Kaffeebohnen während der Röstung gemeint. Bei der Röstung von einem Kilogramm Kaffeebohnen erhält man je nach Röstgrad nur etwa 750 bis 850 Gramm fertig geröstete Kaffeebohnen als Ergebnis. Ziehen wir all diese Kosten ab, wissen wir wenigstens ungefähr, was bei den Kaffeebauern hängen bleibt.

    Wer nun von sich behauptet nachhaltig zu leben, der wird vermutlich nicht mit einem Kaffee für um die 8 bis 10 € das Kilo glücklich. Fair und direkt gehandelte Kaffees sind daher bereits auf dem Vormarsch. Kaffeebauern müssen einen Verdienst haben, der ihnen nicht nur einen angemessenen Lebensstandard bietet, sondern das Betreiben einer Kaffeefarm auch lukrativ genug macht. Denn was blüht uns ansonsten? Zwei Folgen sind meiner Meinung nach denkbar.

    1. Gentechnik und Chemie als Lösung

    Wenn der Preis für die gegebene Menge nicht angemessen ist, wird die Menge erhöht. Jedoch ist die Natur nicht einfach so skalierbar. Also werden Gentechnik, mineralische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, bis die Menge zum Leben ausreicht. Hier wirkt der aktuelle Trend in Deutschland hin zu Bio-Produkten (glücklicherweise) entgegen.

    2. Weniger Kaffee oder leere Regale

    Ist ein Geschäftsmodell nicht lukrativ genug, wird ein Geschäft zumeist aufgegeben. Nach und nach könnten sich die Kaffeebauern von der Landwirtschaft verabschieden und sich eine neue Branche suchen. Klingt unwahrscheinlich? Der Trend ist uns doch bereits aus Deutschland bekannt. Immer mehr Betriebe in ländlichen Gebieten werden aufgegeben, da die nächste Generation für ein Studium und einen Bürojob in die Stadt zieht und den Familienbetrieb nicht übernimmt. Langfristig wird es so immer weniger Kaffeebauern und damit auch immer weniger Kaffeebohnen geben. Die wenigen Kaffeebohnen werden anschließend immer teurer und die Verfügbarkeit sinkt. Wird ein Produkt rar oder wenigstens potenziell rar, könnte dies zu Hamsterkäufen führen. Wer erinnert sich noch an die leeren Regale in den Supermärkten, die zuvor mit Toilettenpapier gefüllt waren?

    Was heißt also guter Kaffee für mich?

    Zunächst mal ist guter Kaffee in meinen Augen nachhaltig. Dabei gilt, dass es sowohl Mensch als auch Umwelt gut gehen muss. Der Kaffee ist also fair bzw. direkt gehandelt oder stellt auf eine andere Weise sicher, dass der Kaffeebauer gut von seinem Beruf leben kann. Gleichzeitig können wir somit gewährleisten, dass auf Gentechnik und Chemie verzichtet werden kann. Damit geht es dann auch der Umwelt gut. Ob der Kaffee eine Bio- oder Fairtrade-Zertifizierung hat, sei mal dahingestellt.

    Geröstete Kaffeebohnen

    Doch auch wenn die Kaffeebohnen als Grundlage gut sind, heißt das nicht gleich guter Kaffee. Denn die weitere Verarbeitung, also die Aufbereitung und Röstung, sind ebenfalls wichtig. Wird der Kaffee industriell geröstet und dabei im Prinzip nur kurz mit sehr heißer Luft beschossen? Falls ja, dann ist er möglicherweise außen verbrannt und innen fast roh. Daher plädiere ich für die schonende Langzeitröstung. Diese dauert – wie das Wort schon sagt – länger, ist aufwendiger und sollte von einem geübten Röstmeister ausgeführt werden. Die höhere Dauer hat zur Folge, dass in der gleichen Zeit weniger Kaffee geröstet werden kann, was sich auch wieder im Preis zeigt.

    Die Idee „Guter Kaffee gemeinsam entwickelt“

    Nun aber endlich zu der Idee. Der Aufruf ist ganz einfach: „Lasst uns gemeinsam guten Kaffee entwickeln!“. Was ist damit gemeint? Ich selbst bin schließlich weder Kaffeebauer noch Röster. Und alle Details auf dem Weg zum fertigen Kaffee kenne ich auch nicht. Aber ich möchte alle Schritte nachvollziehen können. Deshalb möchte ich gemeinsam mit einem Röster Kaffee rösten und alle wichtigen Schritte als Video dokumentieren. Die Auswahl des Rohkaffees, die Entscheidung ob bio, fair oder direkt gehandelt, das Aroma, der Röstgrad, ich möchte alle Schritte verstehen und mitentscheiden was dabei für ein Kaffee entsteht. Doch nicht nur das: Alle Teilnehmer – also vielleicht auch du – sollen mitentscheiden.

    Die Vorteile liegen auf der Hand. Wir erhalten einen Kaffee, der unseren Ansprüchen gerecht wird und damit ein guter Kaffee ist. Außerdem lernen wir dabei viel über Kaffee und können alle Schritte und damit dann auch den Preis nachvollziehen. Wenn dich das auch interessiert und du vielleicht auch mitentscheiden möchtest, dann lass es mich wissen, damit ich dich benachrichtigen kann, wenn es los geht.

    Wie es ablaufen könnte

    Auf dem Weg zum fertigen Kaffee gibt es einige Entscheidungen zu treffen. Welchen Rohkaffee nutzen wir? Soll es ein Bio-Kaffee sein? Soll er fair oder direkt gehandelt sein? Wird es ein Filterkaffee oder ein Espresso? Soll das Aroma schokoladig, nussig, fruchtig oder vielleicht sogar blumig sein? Finden wir für den Kaffee vielleicht auch noch einen kreativen Namen? Lass uns gemeinsam guten Kaffee entwickeln, oder um es mit den Worten von Hornbach zu sagen: „Mach es zu deinem Projekt“.

    Für jeden Schritt plane ich ein Video, das über den Schritt und die zu treffende Entscheidung aufklärt. Welche Entscheidung muss getroffen werden? Welche Optionen stehen zur Auswahl? Was sind die möglichen Folgen einer Option? Anschließend entscheiden wir uns gemeinsam für eine Option. Die Umsetzung wird dann natürlich wieder als Video dokumentiert.

    Wie die Entscheidung abläuft, hängt von der Anzahl der Teilnehmer ab. Sind wir nur wenige Teilnehmer, können wir uns – beispielsweise in einem Videotelefonat – über die Optionen austauschen und uns auf eine Option einigen. Finden sich viele Teilnehmer, werden wir vielleicht online eine einfache Form der Abstimmung ermöglichen.

    Status des Projekts

    Ich habe bereits Gespräche mit Röstern geführt, die den Kaffee rösten können. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sie mehr als kompetent sind und das schonende Langzeitröstverfahren anwenden. Die bürokratischen Schritte sind ebenfalls bereits bedacht und auch das Konzept für das Projekt wurde erarbeitet.

    Aktuell liegt der Fokus auf der Suche nach Teilnehmern. Denn solch ein Projekt muss finanziell gestemmt werden. Je mehr Teilnehmer sich finden, die den Kaffee anschließend auch haben möchten, desto schneller können wir starten. Bisher verpflichten sich Teilnehmer zu nichts. Es gibt keine Mindestabnahmemenge des Kaffees. Allerdings sollten alle Interessierten bedenken, dass wir nur eine gewisse Menge an Kaffee rösten. Wer einen Kaffee ergattern möchte, sollte sich jetzt schon eintragen. Wenn der Kaffee weg ist, ist er weg.

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    Trag dich ein, damit du den Start nicht verpasst!

    Guter Kaffee gemeinsam entwickelt

    Eco packaging photo created by rawpixel.com – www.freepik.com

    Mein Motto lautet: "Ich trinke keinen Kaffee, um aufzuwachen. Ich wache auf, um Kaffee zu trinken." Schon in der Schulzeit begann meine Leidenschaft für Kaffee. Nachdem ich im Klassenraum eine Kaffeemaschine aufgestellt hatte und damit Lehrer mit Geruch und Geräuschen zur Weißglut trieb, wurde mir klar, dass Kaffee für mich mehr bedeutet als für manch andere. Der erste Barista-Kurs folgte nur wenig später. Heute trinke ich nicht nur guten Kaffee, sondern schreibe auch über ihn.